Herbst-Seminar 2019

Die Evangelische Allianz Osnabrück veranstaltet zusätzlich zur Allianz-Gebetswoche jährlich ein Herbst-Event. 2019 war es ein Seminar über „Hörendes Gebet“. Ursula und Manfred Schmidt sind die führenden Protagonisten dieser Gebetsform in Deutschland

und werden auch 2020 beim ökumenischen Kongress [„Pfingsten 21“] in Würzburg einen Workshop zu ihrem Thema leiten.

Manfred und Ursula Schmidt

Aus dem gesamten Nordwesten Deutschlands waren 60 Teilnehmer/innen angereist, um Seelsorge durch Gebet kennenzulernen oder die eigene Praxis zu vertiefen. Das Gemeindezentrum der [Ev.-freikirchl. Gemeinde] (Baptisten) bot mit seinen Gruppenräumen und der Küche den optimalen Rahmen für das Seminar. Für das leibliche Wohl sorgte ein aufmerksames Orga- und Catering-Team.

Hörendes Gebet setzt Einübung in die „Stille vor Gott“ voraus. Wer dies nicht kennt oder kann, ist nicht geeignet. Hörendes Gebet ist eine Weise prophetischen Betens. Wir sollen nach der Prophetengabe streben (1. Kor. 14, 39). Aber sie ist ein Charisma, das der Heilige Geist frei zuteilt. Ob jemand diese Gnadengabe bekommen hat, unterliegt dem Charisma der Unterscheidung der Geister, das vor allem Leitungsverantwortliche anwenden müssen. [Regeln zur Unterscheidung der Geister] Ich darf also mit „Hörendem Gebet“ nicht einfach so für mich loslegen, sondern unterstelle mich der Gruppen- oder Gemeindeleitung.

Hier wird die hohe Verantwortung deutlich, der Beter/innen und Gemeindeleitungen unterliegen, wenn prophetisches Beten praktiziert wird. Ob ich mein inneres Bild vom Geist Gottes empfangen habe, oder ob es aus Verdrängungen und Wunschvorstellungen meiner eigenen inneren Persönlichkeit stammt, oder ob sich gar der Verwirrer meiner Unsicherheiten und Selbstdarstellungsbedürfnisse bedient, darf nicht leichtfertig und oberflächlich entschieden werden.

Ursula und Manfred Schmidt haben den Teilnehmern eine Checkliste an die Hand gegeben. Hörende Beter/innen sollen sie „wie ein Sieb gebrauchen“, und wenn etwas an irgendeiner Stelle zu den Eindrücken nicht durchkommt, dann ist geflissentlich der Mund zu halten:

  1. Passt der gewonnene Eindruck zu Geist und Zeugnis der Bibel?
  2. Sind Hinweise / Lebenstipps natürlich ableitbar, d.h. passen sie zum Persönlichkeits- bzw. Charismenprofil der betreffenden Person, für die gebetet wird – auch wenn ich die Person gar nicht kenne? Das Urteil darüber steht der Person zu!
  3. Sind es meine Ängste, meine Wünsche, meine inneren Bilder, die hier hochgekommen sind?
  4. Wollte ich das der Person immer schon längst einmal gesagt haben – und verpacke es missbräuchlich in ein Wort mit der Autoriät Gottes? Kommt hier mein eigener Frust über verpasste Gespräche ans Licht?
  5. Konnte ich dem Anderen etwas abspüren: Stimmung, Seele, Situation? Bin ich empathisch? Möchte ich mit den Augen Jesu sehen?
  6. Habe ich empfangen oder selbst produziert und auf den anderen projiziert (psychologische Übertragung von Rollenbildern)? Analysiere ich und assoziiere ich es dann einfach?

Und einen 7. Punkt füge ich noch ganz grundsätzlich hinzu:

Hilft es dem anderen? Oder schafft es möglicherweise neue Verwirrung? Gebe ich den Anderen vorbehaltlos frei: zur Zustimmung, Ablehnung oder unkommentiertem Auf-sich-beruhen-lassen (siehe oben Punkt 2)? Sollte ich auch nur den geringsten Anschein haben, dass mein Wort nicht helfen könnte, behalte ich das „Gehörte“ oder „Gesehene“ für mich!

(Admin-Text: Bernd Steinfeld)

%d Bloggern gefällt das: